Der Weg in den Wald geht ins Ungewisse. Er ist ein Ort des verborgenen. Dinge etziehen sich unserem Blick, das Auge sucht, versucht zu fassen und verliert sich im Detail. Die Welt des Waldes bereichert die Phantasie. Was in ihm geschieht, ist dunkel und von Geheimnissen umgeben.

 

Von der kultivierten Lichtung aus sahen die Menschen auf den Waldrand. Er wurde eine Projektionsfläche ihrer Wünsche, Phantasien, Ängste und Visionen. Auf diese Weise entwickelte sich die ambivalente Haltung, mit der Menschen bis heute dem Wald gegenüberstehen. Auf der einen Seite steht der Baum als Symbol für Natürlichkeit, Kraft und Lebensraum auf der anderen Seite wird der Wald als gefährlich, unüberschaubar und unbekannt empfunden. Im Wald kann man sich verirren und gerade nachts scheint eine Welt zu erwachen, die vollkommen fremd ist und uns verunsichert.

 

Der Wald bedient aber auch unsere Sehnsucht nach Neuem, Abenteuer, Prüfung und ist auch ein Ort der Kontemplation. Der Mensch geht in den Wald um, indem er sein Geheimnis ergründet, Erkenntnis zu gewinnen. Die Seele dringt in Bereiche vor, die sie noch nicht kennt und muß, um zu spüren und zu fühlen, was in ihrer Umgebung geschieht, mit Intuition vorgehen und all ihre Fähigkeiten einsetzen.

 

Wer in den Wald hineingeht, begibt sich in seine inneren Wälder, die ein Bild seines Unbewussten, seiner Natur sind.